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Blaues Heft 1-2009 ( Inhaltsverzeichnis )

 

Historisches

Das Gugel-Schreiber-Imhoff-Schlößchen
Alt 5, 6 und 7; neu: Erlenstegenstraße 106, 108 und 110

Von Prof. Dr. Hermann Rusam

Baudatum und Erbauer des sog. Gugel-Schreiber-Imhoff-Schlößchens (alte Hausnummer 6; neu: Erlenstegenstraße 110) sind uns leider unbekannt. Allerdings dürfte die Entstehungszeit des Herrensitzes zwischen 1504 und 1550 als weitgehend gesichert anzusehen sein (1). Vielleicht war Erbauer des Sitzes der Nürnberger Bürger Jakob Hübner, der am 13. März 1517 dem Rat der Stadt Nürnberg eine Öffnungsverschreibung ausstellte, die dem Rat in Kriegszeiten das Recht einräumte, den Sitz zu Verteidigungszwecken mit städtischem Militär zu belegen und auch die Verpflichtung für Hübner enthielt, den Sitz gegebenenfalls nur an Nürnberger Bürger zu veräußern (2).


Abb. 1: Der umgezeichnete Ausschnitt aus dem Katasterplan von 1821 (NW LXIV 14) zeigt das sog. obere Dorf mit seinen ursprünglich drei Herrensitzen. Von ihnen haben nur einige Nebengebäude die Stürme der Zeiten überdauert. Das Schloß im Westen ist das Gugel-Schreiber-Imhoff-Schlößchen. Das Herrenhaus selbst trägt die alte Hausnummer 6 (neu: Erlenstegenstraße 110). Das alte Fachwerkhaus links diente früher als Vogthaus (alt 7; neu: Erlenstegenstraße 106). In dem Gebäude rechts davon (alt 5; neu: Erlenstegenstraße 108) befand sich noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg die Brot- und Feinbäckerei Friedrich Link.

Der älteste sichere Nachweis für das Schlößchen stammt aus dem Jahr 1550. Damals war Leonhard Kobold, Bürger zu Nürnberg (1485-1556), Besitzer. Er war Kaufmann und stammte ursprünglich aus einem Ulmer Handelshaus. Nach einer im Stadtarchiv Nürnberg befindlichen Urkunde aus dem Jahr 1556 erhielt Kobold die Bewilligung...den im Mufflischen Stifftshof zu Erlestegen (alt 10; neu: Günthersbühler Straße 13) befindlichen Schöpfbronnen anstechen, und den Abfluß in ihr Gut und Behausung leiten mögen. Das Wasser sollte durch eingefaßte Röhren unter dem Erdtreich geführt werden. Einige Jahre später - leider ohne Jahresangabe - wurde diese Bewilligung an Anna Christophs von Ploben Wittib (= Witwe) in ihr Gut und Behausung erneuert, nun allerdings gegen Abgabe eines jährlichen Zinses (3). Der Zufall wollte es, daß man 1983 beim Umbau der Eisenbahnunterführung bei der Einmündung in die Günthersbühler Straße in eineinhalb Meter Tiefe Reste dieser alten hölzernen Wasserleitung wieder gefunden hat, nämlich einen 35 cm dicken und vier Meter langen Kiefernstamm mit Verbindungsmuffe. Etwa 100 Meter nördlich hatte man früher schon in der Günthersbühler Straße ebenfalls Spuren dieser Wasserleitung gefunden (siehe Abb. 2) und auch einen halben Meter neben dem alten Brunnen des Herrensitzes. In die Zeit, als Leonhard Kobold Besitzer des Herrensitzes war, fällt der Zweite Markgrafenkrieg 1552/53, der in Erlenstegen zu nicht unerheblichen Verwüstungen geführt hat. Wir haben allerdings keinerlei Information darüber, ob der Sitz von Kobold in Mitleidenschaft gezogen wurde.


Abb. 2: Nach einer Urkunde von 1556 (3) führte vom Mufflischen Stiftshof (Günthersbühler Straße 13) eine Wasserleitung zum späteren Gugel-Schreiber-Imhoff-Schlößchen. Beim Umbau der Eisenbahnunterführung fand man 1983 in eineinhalb Meter Tiefe Reste dieser hölzernen Wasserleitung, nämlich einen vier Meter langen durchbohrten Kiefernstamm mit einer Verbindungsmuffe (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Abteilung für Vor- und Frühgeschichte).

Im Jahr 1560 taucht dann Christoph von Ploben (Christoff von Plauen, um 1520-1572), Genannter des größeren Rats in Nürnberg, in den Urkunden als Besitzer auf. Seine Vorfahren waren Anfang des 15. Jahrhunderts aus Plauen bei Chemnitz nach Nürnberg gekommen, wo sie das Bürgerrecht erwarben. Sein Bruder Hans, ebenfalls im Rat der Stadt, galt als außerordentlich reich. Da er ohne männliche Nachkommen war, vermachte er seines Bruders Christoph Sohn, Hänschen genannt (Hans Christoph von Ploben, 1549-1622), testamentarisch sein stattliches Haus in der Gilgengasse (Theresienstraße 18), 3 000 Gulden wert, mit der Bestimmung, daß er (gemeint ist Hans) möglichst lang im Mannesstamm der Familie Ploben bleiben solle. 1616 erscheint dann Hans Christoph von Ploben, Zollamtmann an der Oberen Waage in Nürnberg, als Schloßbesitzer in Erlenstegen (4). Er war der letzte dieser Familie auf dem Sitz.

Nach zwei Zwischenbesitzern folgte nun, etwa ein Menschenleben lang, die Familie Gugel, von der es in einem Geschlechterbuch im Stadtarchiv heißt, sie werde jederzeit zu Nürnberg für ein gutes adeliches Geschlecht gehalten (5). Eine Eigentümlichkeit bei diesem Geschlecht war, wie 1748 Biedermann anmerkte, daß alle Herrn dieses Geschlechts schon über dritthalb hundert Jahre her den Nahmen Christoph führen müssen, weil es einer ihrer An-Herren also verordnet hat (6). Der erste nachweisbare Gugel auf dem Sitz war Christoph Hieronymus Gugel von Steinbühl auf Erlenstegen (1600- 1680). In seine Lebenszeit fallen die Grauen des Dreißigjährigen Krieges.

Von dem unmittelbar im Osten angrenzenden Förrenbergerschen Herrensitz (siehe Abb. 1, alte Hausnummer 4) wissen wir, daß er bis auf den Grund eingeäschert wurde (7). Daß der Gugelsche Sitz ohne irgendwelche Schäden davongekommen sein könnte, erscheint uns daher nahezu unvorstellbar. Die einst an der Stiege des Herrensitzes angebrachte Jahreszahl 1667 (8) und die früher im Giebel des Voitenhauses sichtbare Zahl 1660 könnten auf Neubauoder Renovierungsarbeiten nach dem Dreißigjährigen Krieg hinweisen (9).


Abb. 3: Die wohl älteste Ansicht des seinerzeit Gugelischen Schloßgutes bietet zugleich ein besonders hübsches und eindrucksvolles Bild. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Kupferstich um eine Auftragsarbeit an den Künstler Johann Alexander Boener. Anlaß war eine Eheschließung: Albrecht Christoph Gugel heiratete in zweiter Ehe im Jahr 1694 Maria Magdalena Harsdörffer. Oben im Bild schwebt, von Putten getragen, das Allianzwappen, das - vom Betrachter aus gesehen - links das Wappen der Gugel mit den drei goldenen Lilien auf einem schrägen Balken zeigt, rechts das Wappen der Harsdörffer, nämlich einen silbernen Turm auf rotem Grund. Zur Landstraße nach Böhmen, die oben am Anwesen vorbeiführt, weist das große Einfahrtstor mit dem Läuferle für die Fußgänger rechts daneben. Das Herrenhaus selbst, ein zweigeschossiger Sandsteinbau mit einem hohen Fachwerkdachgeschoß, trägt im Westen einen Schmuckerker, links ist vermutlich ein Treppenturm angebaut. Gegenüber dem Herrenhaus erblickt man links das Voiten- (=Verwalter-) Haus, an das sich ein eingeschossiges Gebäude anschließt. Zu den Freuden patrizischen Lebens auf dem Lande gehörte früher auch eine Forellengrube, neben der eine spitzdachige Laube zu sehen ist. Da die Laube 1696 ein flacheres Dach erhielt, läßt sich auch unter diesem Aspekt der Kupferstich ziemlich genau datieren (Bildwiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Museen der Stadt Nürnberg, Graphische Sammlung).

In den Akten des Stadtarchivs lag in der Mappe Schreiberischer Sitz auch ein Schreiben des reichsstädtischen Rats an Herrn Christoph Friederich Gugel, wonach ihm zum kleinen Weidwerck ein Kornlerchenherd in den Jobster Feldern an dem Nürnberger Wald vergönnt und verliehen werde, freilich länger nicht als biß auf eines Hoch-Edelgedachten Raths Wiederverbott (3). Auf den Vogelherden fing man früher Singvögel für den anschließenden Verzehr an der häuslichen Tafel. Der Vogelfang erfolgte auf den Vogelherden mit Schlagnetzen und Leimruten. Er galt als eine besondere Lustbarkeit, der man geradezu mit Leidenschaft nachging. Es gab kaum einen Herrensitz um Nürnberg, zu dem nicht ein oder mehrere Vogelherde gehörten.

1697 ließ Christoph Friedrich Gugel das Herrenhaus um ein Fachwerkgeschoß erhöhen. Das Gebäude erhielt nun die bauliche Form, die es bis zu seiner Zerstörung 1944 behielt (10). Im Jahr 1706 starb Christoph Friederich als letzter Gugel auf dem Sitz in Erlenstegen. Er hinterließ eine einzige Tochter namens Ursula Regina. Diese hatte 1699 den Capitain Lieutenant Georg Alexander Schreiber von Grünreuth geheiratet. Schreiber war Offizier beim reichsstädtischen Kriegsamt, einer Behörde, in deren Händen der militärische Oberbefehl in ganz Nürnberg lag. Spätestens bis 1706 war Schreiber zum Hauptmann, spätestens bis 1725 zum Major und 1726 dann sogar bis zum Obristwachtmeister und Commendanth der allhießigen StadtCompagnien aufgerückt (11).


Abb. 4: Der Kupferstich Das SCHREIBERISCHE SCHLOSS zu Erlastegen wurde von Christoph Daniel Henning gefertigt. Das Blatt dürfte noch vor 1781 gestochen worden sein, da in dem genannten Jahr Johann Sigmund Georg von Imhoff neuer Eigentümer des Schloßgutes wurde. Um eine bessere Wirkung des Bildes zu erzielen, hat Henning in künstlerischer Freiheit die an sich nach Westen gerichtete Schauseite des Herrenhauses einfach nach Süden gedreht. Der Vergleich mit Abb. 3 zeigt, daß das Schloßgebäude durch einen Ausbau von 1697 um ein Fachwerkgeschoß höher geworden ist. Allerdings liegt das Fachwerk ab dem zweiten Obergeschoß unter einer Putzhaut versteckt. Links vom Schlößchen steht der Vorgängerbau der späteren Bäckerei, allerdings ohne den Ziehbrunnen daneben. Von der Ansicht aus der Zeit um 1694 sind das Einfahrtstor mit dem Läuferle und (ganz links) das Vogthaus bekannt. Rechts im Bild erscheint noch ein Hesperidengärtchen, darunter sieht man Stapel von Rechtholz, besaß das Schloßgut doch ein Waldrecht (Aufnahme: Privatsammlung des Verfassers).

1728 heiratete Ursula Regina Schreiber, geb. Gugel, in zweiter Ehe Christoph Gottlieb Dilherr vom Thumenberg. Am 3. Januar 1781 verkaufte dann die Witwe Klara Friederike Regina Volckamer, geb. Dilherr, das Besitztum für 6 100 fl. (= Gulden) an den Stadtgerichtsassessor Johann Sigmund Georg von Imhoff von und auf Ziegelstein. Im Verzeichnis der Güter vom 28. April 1812 zählte Baron von Imhoff die zu seinem Land- und Herrensitz zu Erlenstegen gehörenden Liegenschaften auf: Ein Wohnhaus (alt 6), halb gemauert, mit Stallung, Scheuer, Schupf, Backoffen und Hofraith. Das Voitenhaus (Voit = Vogt = Verwalter), auch Gärtnerhaus genannt, (alt 7), darinnen 2 Zinswohnungen befindlich. Hinzu kam ein auf die Straße gehendes Nebenhäußlein (alt 5), das damals Johann Blendinger bewohnte. Es ist die spätere Bäckerei Link. Nicht erwähnt wurde der seitlich davor stehende alte Ziehbrunnen. Die Formulierung beim Wohnhaus halb gemauert ist so zu verstehen, daß das Erdgeschoß und das erste Obergeschoß aus Sandsteinquadern gefügt waren. Erst darüber erhoben sich die Fachwerkobergeschosse. Den wahren Werth dieses Praediums (= Besitztums) veranschlagte von Imhoff mit 3 500 fl. (12)

Nach dem Tod von Baron Imhoff kam das Herrenhaus an den Privatier Oertel (8). Vor der Eröffnung der Gastwirtschaft Weißes Roß (spätere Gastwirtschaft Kalbsgarten) 1862 durch Friedrich Kalb verlegte der Bäckermeister Johann Wambach seine Bäckerei von dort in das ehemals Imhoffsche Schloß und in das Haus an der Erlenstegenstraße 108. Im Jahr 1939 erbte der Bäckermeister Friedrich Link von Frau Wedel die Bäckerei.


Abb. 5: Der Blick ist von Nordosten auf das ehemalige Schloßgut gerichtet. Das mit einem Satteldach bedeckte Herrenhaus überragt alle anderen Gebäude. Ganz rechts ist das Vogthaus mit seinem schmucken Fachwerk zu sehen. Das Gebäude in der Mitte wurde in dieser Form erst Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut, das heutige Zwerchhaus ist auf der Aufnahme von 1911 noch nicht vorhanden. Zusammen mit dem alten Einfahrtstor und dem Vogthaus des links benachbarten ehemaligen Förrenbergerscher Herrensitzes bildet die Gebäudegruppe ein malerisches Ensemble. Belebt wird das Bild durch die beiden Bäckergesellen mit ihren Backtrögen. Sie weisen auf die im Schloß untergebrachte Bäckerei hin. 1944 wurde bei einem Luftangriff das Herrenhaus total zerstört, die Nebengebäude dagegen blieben erhalten (Aufnahme: Stadtbibliothek Nürnberg, Nor. K. 420, Bl. 245).

Im Luftkrieg wurde das Herrenhaus 1944 total zerstört, während die beiden Nebengebäude erhalten blieben. In dem an der Straße stehenden Gebäude Erlenstegenstraße 108 bestand noch lange Zeit nach dem Krieg die Brot-und Feinbäckerei von Friedrich Link. Inzwischen wird das Haus mit dem alten Brunnen davor von einem Linkschen Nachkommen namens Heinrich Sternecker liebevoll restauriert. Das Ensemble mit dem alten Vogthaus und dem östlich angrenzenden Einfahrtstor zum ehemaligen Förrnbergischen Herrensitz stellt eine Zierde des alten Ortsbildes dar.


Abb. 6: Vergleicht man den Kupferstich von Henning mit der Fotografie von 1911 so ist man überrascht, wie gering während der dazwischenliegenden rund 130 Jahre die Veränderungen gewesen sind: Im zweiten Obergeschoß ist das linke Fenster zugemauert worden, im Erdgeschoß befindet sich der Eingang nun links des ehemaligen Portals. Im Schlußstein dieser früheren Haustür kann man - wenn auch nur sehr schwer - das Stammwappen der Imhoff, den goldenen Seelöwen, erkennen. Das erste Obergeschoß kragt leicht über, besteht aber, wie man auf der Fotografie sehen kann, aus Sandsteinquadern. Erst darüber beginnt, was nun freilich nicht zu sehen ist, das Fachwerk. Das Bild stimmt genau mit der Aussage im Kataster von 1812 überein: Ein Wohnhaus ... halb gemauert (12). Hinter den Oculi links befand sich eine schöne alte Stiege mit der Jahreszahl 1667 (8) (Aufnahme Stadtarchiv Nürnberg, A. 59/VI).

 

Besitzerliste

Die Jahreszahl gibt an, wann der jeweilige Besitzer genannt wurde. Nur in einigen Fällen ist das angegebene Jahr das des Besitzwechsels (13).

1517   März 13: Jakob Hübner (?) (2)
1550   Leonhard Kobold (1485-1556) (3)
1556   Leonhard Kobold
1560   Christoph von Ploben (um 1520-1572) (14)
1561   Christoff von Plauen
1563   Christoph von Ploben
1599   Christoff von Ploben (15)
1616   Hans Christoph von Ploben (1549-1622), Sohn des Christoph von Ploben.
1621   Julius Huter (3)
1622   Wolf Hunter, hievor Ursula von Ploven, hat ein Herrensitz (16).
O.J.   Christoff Hieronymus Gugel von Steinbühl auf Erlenstegen (1600-1680)
1639   Christoph Hier. Gugel
1685   Christoph Friedrich Gugel (1648-1706), Sohn des Christoph Hieronymus Gugel.
1686   Christoph Friedrich Gugel
1690   Christoph Friedrich Gugel
1694   Albrecht Christoph Gugel von Diepoldsdorf auf Brand (17) (1662-1735)
1696   Christoph Friedrich Gugel
1701   Christoph Friederich Gugel
1706   Tod von Friederich Gugel. Neuer Besitzer wird sein Schwager Hauptmann Georg Alexander Schreiber.
1720   Hauptmann Schreiber
1725   Major Georg Alex. Schreiber
1726   Obristwachtmeister und Commendanth der alllhießigen StadtCompagnien Georg Alexander Schreiber von Grünreuth. Tod von Schreiber.
1728   Ursula Regina Schreiber, geb. Gugel, heiratet in zweiter Ehe Christoph Gottlieb Dilherr von Thumenberg.
1781   Klara Friederica Regina v. Volkammer, geb. Dilherr, verkauft den Sitz an Stadtgerichtsassessor Johann Sigmund Georg v. Imhoff.
1812   Johann Sigmund Georg von Imhoff von und auf Ziegelstein
1833   Die Erben des quiescirten (= verstorbenen) Stadtgerichtsassessors Sigm. v. Imhof
1840   Privatier Oertel
1855   Webermeister Friedrich Schlegel
1868   Bäckermeister Johann Wambach
1897   Bäcker Thomas Wedel
1925   Wedel, Th. Oekonom, Link, F. Bäckermeister
1939   Friedrich Link erbt von Frau Wedel die Bäckerei
1944   Das Herrenhaus wird im Luftkrieg total zerstört.

 

Anmerkungen:
(1) Verwunderlich ist die Behauptung von Helmut Beer (Nürnberger Erinnerungen 10, Rund um die Altstadt Nürnbergs Vorstädte, Nürnberg 1998, S. 45): Das Schlößchen galt als einer der ältesten Herrensitze in Erlenstegen, wenn nicht überhaupt im Nürnberger Umland. Diese Aussage ist von der Quellenlage her nicht haltbar.
(2) StadtAN: Rep. B7/III, Nr. 1098. Die Vermutung basiert auf der Überlegung, daß von den acht zwischen 1517 und 1519 für Erlenstegener Schlößchen ausgestellte Öffnungsverschreibungen sich sieben zuordnen lassen und somit für das spätere sog. Gugel-Schreiber-Imhoff-Schlößchen die Öffnungsverschreibung von Hübner gleichsam noch übrig bleibt.
(3) StadtAN: E 56/V, Nr. 43, Schreiberischer Sitz. Aus der Urkunde von 1556 geht eindeutig hervor, daß schon 1550 Leonhard Kobold Besitzer des Herrenhauses war.
(4) StadtAN: E1/1278, Nr. 1: Lochner, Friedrich: Der Plobenhof und die von Ploben in Nürnberg, 1907, S. 13 ff.
(5) StadtAN, E 3, Nr. 6.
(6) Biedermann, Johann Gottfried: Geschlechtsregister des Hochadelichen Patriciats zu Nürnberg, Bayreuth 1748, Tab. LXXXIII.
(7) Giersch, Robert, Schlunk, Andreas, Frhr. von Haller, Bertold: Burgen und Herrensitze in der Nürnberger Landschaft, Ein historisches Handbuch, Lauf a.d.Pegnitz 2006, S. 96.
(8) Althammer, Konrad: Die Herrensitze zu Erlenstegen. In: Fränkischer Kurier Nr. 38., v. 7. Febr. 1930.
(9) Nagel, Friedrich August: Erlenstegen, unveröffentl. Manuskript im Stadtarchiv Nürnberg., E 10/21, Nr. 60.
(10) Staatsarchiv Nürnberg, Rep. 76/I, Nr. 292.
(11) Stadtarchiv Nürnberg, E1/428/Nr. 1.
(12) Staatsarchiv Nürnberg, Kataster StG Erlenstegen, Nr. 1.
(13) Zur Besitzerliste siehe insbesondere:
- Althammer, Anm (8).
- Giersch u.a., Anm. (7).
- Nagel, Anm. (9).
- Staatsarchiv Nürnberg, Waldamt Sebaldi, Rep. 76I, Nr. 292.
(14) Nöttelein, Bonifacius, Staatsarchiv Nürnberg, Rep. 52a, Nr. 323.
(15) In der Dorfbeschreibung von Erlenstegen aus dem Jahr 1599 erscheint Christoff von Ploben, obwohl dieser schon 1572 verstorben war.
(16) Althammer, Konrad: Aus Erlenstegens Geschichte. In: Nürnberger Chronik, Jg. 1909.
(17) Überraschend erscheint Albrecht Christoph Gugel, der Vetter von Christoph Friederich Gugel in der Besitzerliste. Siehe hierzu auch Anm. (7) und (9). Eine eindeutige Klärung war nicht möglich.

 

Ganz herzlich danke ich Herrn OstR i.R. Dieter Dreßler und Herrn Oberarchivrat Dr. Dieter Beyerstedt für wichtige Hinweise.

 

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